Der Kleintierzüchter....

Der Kleintierzüchter! kann natürlich auch ein Frau sein... 

Er ist in erster Linie total angefressen von seinen wunderschönen Tieren. Er kennt fast nur ein Thema. Stundenlange Fachsimpelei ist da die Regel. Fachliteratur ist ihm ein Muss!

Jeden Morgen ist es für ihn lebensnotwendig, seine Tiere noch vor der Arbeit nach Strich und Faden zu verwöhnen. Wenn es ihm möglich ist, schaut er schnell über Mittag oder sogar am Nachmittag kurz oder länger nach seinen Tieren. Am Abend ist er dann ganz aus dem Häuschen. Es kann ihm nicht schnell genug gehen, endlich zu sehen wie rassetypisch, gross und schön seine Schützlinge geworden sind.

Nicht nur die einzelnen Tage, auch die vier Jahreszeiten beschäftigen den Kleintierzüchter ganz unterschiedlich.

Im Frühling bietet er seinen Tieren mit grossem Aufwand die Möglichkeit, sich ganz in seinem Sinne standardgerecht zu vermehren. Er hat das völlig im Griff. (Glaubt er).

Im Sommer ist er in ständiger Sorge um seine Zuchtresultate. Er tut alles für sie. Er putzt, füttert, streichelt und organisiert. Da werden sämtliche Register gezogen! Schönheit ist oberstes Ziel!

Im Herbst kommt dann die Zeit, wo er seine ersten Früchte ernten kann. Jetzt kommt ein ganz neuer Mann zum Vorschein. Er hat seine Tiere auf einmal auch zum Fressen gern! Da immer genug Tiere bleiben, die nicht für die weitere Zucht in Frage kommen greift er zu. Jetzt "liebt" er seine Tiere über ganz andere Sinne! Fleisch ist eben nicht gleich Fleisch. Sein selbst gezüchtetes Fleisch, das weiss er, hat es gut gehabt und hat in den meisten Fällen auch länger und glücklicher gelebt als das andere sogenannte Schweizerfleisch.

Im Winter ist es dann endlich soweit. Die Ausstellungen sind der Höhepunkt eines jeden Züchters. Nun werden seine Lieblinge von strengen Fachleuten mit Argusaugen begutachtet und punktiert. Vielleicht ist es ihm ja gelungen gute Resultate oder sogar einen Preis zu gewinnen.

Jedenfalls werden ihm die Gründe für das Weiterzüchten nicht ausgehen. Dafür liebt er sein Hobby zu sehr!

Heidi Lämmler